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Frisch verschneite Schweiz

Glaubenberg Winter
Glaubenberg Winter

Hallo zusammen, in diesem Blog Artikel zeige ich euch einige Fotos, die ich letztens auf einer Fototour gemacht habe. Dazu schreibe ich noch, was ich dabei erlebt habe. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Landschaftsbilder die ich in der Region Glaubenberg im schweizerischen Obwalden fotografiert habe. Dafür habe ich eine früh morgendliche Schneeschuhtour unternommen.

 

Es ist gerade 4:55 Uhr morgens und der Wecker holt mich aus dem Schlaf. Obwohl ich recht früh ins Bett bin, muss der Wecker einige male klingeln damit er mich aus der Welt der Träume zurückholt. Immer wieder klingelt der von mir gewählte Ton, der Engelsglocken ähnelt. Ich dachte mir dabei, morgens aus dem Schlaf geholt zu werden, sollte mit sanften Tönen geschehen. Um diese Zeit holt er mich während der Woche immer aus dem Schlaf. Eigentlich sollte dies nichts Neues für mich sein. Mein Morgenritual ist mittlerweile so lang, dass er eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Deshalb stehe ich so früh auf. Ich richte mich auf und mache meine 15-minütige Meditation, die ich seit wenigen Wochen immer morgens mache. Seit Anfang letzten Jahres, wegen dieser Corona-Krise, spüre ich eine gewisse Nervosität in mir. Um damit umgehen zu können habe ich mit Meditieren  begonnen. Ich erhoffe mir damit, dass ich meine Mitte finde und im Kern entspannter werde. Bei dieser Übung geht es mir vor allem darum, mich auf meinen Atem zu konzentrieren. Ich hab schon verschiedene Varianten der Meditation ausprobiert. Geführte Meditation, Geh-Meditation oder einfach still Sitzen und im jetzt sein. Praktisch an der Geh-Meditation ist, dass ich sie während dem Gassi gehen mit Lenny umsetzen könnte. Da mir dies aber nur sporadisch in den Sinn gekommen ist, wollte ich eine Meditationsvariante finden, die ich einfacher in meinen Tagesrhythmus einbauen kann. Daher habe ich mich für das klischeehafte Meditieren in stiller Sitzposition entschieden. Mich dabei auf mein Atem zu konzentrieren gelingt mir ziemlich gut. Zwar schweife ich immer wieder in Gedanken ab die aufploppen, doch ich schaffe es Tag für Tag besser, die Gedanken wieder loszulassen und mich erneut auf das Jetzt einzulassen. Während dem Meditieren nehme ich ein Geräusch auf dem Dach meines Campers wahr. Ein dumpfes Geräusch, das den Regentropfen ähnelt, jedoch klingt es etwas sanfter. Womöglich schneit es draussen?  Nachdem der Wecker nach 15 Minuten erneut klingelt, diesmal in einem anderen Ton und mich aus der Meditation holt, mache ich die Tür vom Camper auf und schaue nach, ob es wirklich der Schnee ist. Wie ich feststellen muss, schneit es ziemlich intensiv draussen aber die Schneeflocken sind noch eher klein. Sanft fliegen sie vom Himmel herunter und als sie am Boden ankommen scheinen sie gleich zu schmelzen. Die Umgebung sieht immer noch gleich trist aus wie am Vorabend. Die Bäume sind kahl und sehen aus wie nackte Menschen, die einfach starr da stehen und die Wiese drumherum ist ziemlich braun und matschig. Doch langsam scheint es, als haftet der Schnee auf den Oberflächen. Da ich die Tür schon offen habe, frage ich Lenny, ob er nach draussen gehen möchte. Schliesslich sind wieder einige Stunden vergangen, wo er nicht nach draussen gehen konnte. Er geht bis zur Türschwelle hervor und schaut in die Dunkelheit hinaus. Er versucht, etwas Spannendes da draussen zu riechen, indem er die Nase bisschen hochhält und stark einatmet. Intensiv strengt er sich an, interessante Gerüche wahrzunehmen, doch da draussen scheint nichts zu sein, was seine Aufmerksamkeit fesseln könnte. Nachdem er sich wieder abdreht, mache ich die Tür wieder zu, da sonst die Kälte in die warme Stube reinkommt. Jetzt ist erstmals Zeit für das Frühstück. Auf den freue ich mich jeden Morgen besonders. Seit dem Jakobsweg, den ich im Jahr 2015 gegangen bin, habe ich mir angeeignet, morgens ein reichhaltiges Müsli zu essen. Dazu habe ich über die Jahre hinweg verschiedene Zutaten wie zum Beispiel Dinkelflocken, Studentenfutter, frische zugeschnittene Früchten, Kurkuma Pulver und Zimt zusammen gemixt und ausprobiert und so mein ultimatives Müsli kreiert. Während dem das Wasser für das Müsli aufkocht, schaue ich auf der Wettervorhersage App, MeteoSchweiz, nach wie das Wetter in den nächsten vier Tagen sein wird. Da bald das Wochenende vor der Tür steht, interessiert es mich besonders. Schliesslich will ich Wissen, in welchem Teil der Schweiz ich in meiner Freizeit hinfahren soll, um tolles Wetter zu erleben. Die App meint, dass es die nächsten zwei Tagen intensiv schneien wird und dass es am Samstag einen wundervoll sonnigen Tag werden gibt im Alpennordhang. Mit dieser Information starte ich, nachdem ich mein reichhaltiges Müsli gegessen habe, in den Tag. Da ich das kommende Wochenende ohne Sibylle verbringen werde, frage ich einen befreundeten Fotografen, ob er zusammen mit mir auf eine Fototour gehen möchte. Er scheint interessiert zu sein und somit fangen wir an zu überlegen, wo es hingehen könnte. Mich persönlich zieht es wegen des Wetters ins Tessin, da dort durchgehend die Sonne scheint, laut MeteoSchweiz. Ich gehe im Internet nach Webcams suchen die im Tessin aufgestellt sind, um zu schauen, wie viel Schnee im Süden der Schweiz liegt. Auf einer Fototour geht es ja darum die Landschaft so schön wie möglich abzulichten. Jede Jahreszeit hat sein Highlight in der Natur und für den Winter ist es der Schnee. Ich werde schnell fündig auf Bergfex und sehe, dass es leider kaum Schnee in den Tessiner Täler hat. Die Landschaft sieht dementsprechend trist aus. Erst weit oben in den Bergen ist es auch dort verschneit was wiederum für uns interessant sein könnte. Da im Winter aber viele Bergstrassen gesperrt sind und wir keine Lust haben eine Maske anzuziehen, um die Seilbahnen zu benutzen, verwerfen wir diese Idee mit dem Tessin. Am Freitag telefonieren wir nochmals zusammen, um die Idee von der gemeinsamen Fototour, nochmals zu besprechen. Beide sind sich einige, dass es im Moment sicherlich schön ist, frisch verschneite Landschaften fotografieren zu gehen. Seit gestern schneit es hier im Alpennordhang ununterbrochen und selbst die Landschaft im Tal ist ziemlich fest unter einer Schneedecke bedeckt. Da mein Freund aber unsicher ist wegen der hohen Lawinengefahr, entscheiden wir, ein anderes Mal gemeinsam auf Fototour zu gehen.

Unterwegs in vertrautem Terrain

Der Grat Richtung Rickhubel
Der Grat Richtung Rickhubel
Währendem ich am Arbeiten bin kommt mir die Idee, im Gebiet um den Glaubenberg, Schneeschuhwandern zu gehen und dabei die frisch verschneite Landschaft zu fotografieren. Diese Gegend kenne ich mittlerweile so gut wie meine Westentasche und deshalb traue ich mir zu in dieser verschneiten Landschaft unterwegs zu sein. Als Sicherheit nehme ich mein Lawinenverschüttungsgerät mit, damit man mich, im Falle einer Verschüttung, finden könnte, bevor der Schnee geschmolzen ist. Mit etwas Glück sogar lebend. Für den nächsten Wanderer, der mich nach der Schneeschmelze tot auffinden würde, wäre das sicherlich keine schöne Erfahrung. Nach der Arbeit gehe ich noch Lebensmittel einkaufen, da meine Vorräte im Camper aufgebraucht sind und fahre danach hoch zum Parkplatz Langis, der kurz vor dem Glaubenbergpass liegt. Bis dahin kommt man von Sarnen her ganz gut hoch.  Die Überfahrt über den Pass, ist zur Zeit geschlossen, da zuviel Schnee auf der Strasse liegt. Kein Wunder, es soll laut "Mainstream Media" SRF, seit 15 Jahren nicht mehr so viel geschneit haben in der Schweiz. Das wilde Schneetreiben der letzten zwei Tagen hat sich mittlerweile beruhigt und es ist nur noch bewölkt. Die Strasse ist zwar gut vom Schnee befreit worden aber trotzdem fahre ich vorsichtig den Berg hoch. Je höher ich komme, umso verschneiter ist die Landschaft. Die Ästen der Bäume biegen sich leicht abwärts vom Schneegewicht und die Felder sind mit sicherlich 30 Zentimeter glizernder Schneepracht bedeckt. Diese Schneepracht zu sehen löst in mir ein Glücksgefühl aus. Dies, weil ich einerseits wegen der Wettervorhersage weiss, dass Morgen ein wundervoller sonniger Tag sein wird und anderseits, weil ich aus der Erfahrung heraus erahne, dass ich diese frisch verschneite Landschaft, bei Tagesanbruch fast für mich alleine haben werde. Nach zahlreichen Kurven komme ich auf dem Parkplatz Langis an und finde einen fast leeren Parkplatz vor, wo ich mich für die Nacht einrichte. Ein Pärchen steht noch vor einem parkierten Auto und der Herr macht sich mit Sack und Pack bereit Richtung Gipfel los zu laufen. Während dem ich den Schnee vom Dach meines Camper runter wische, damit ich das Aufstelldach hoch bekomme, zieht er mit Skier los und die Dame fährt mit dem Auto davon. Nun bin ich der Einzige auf dem Parkplatz und es wird ganz ruihg hier oben. Ich überlege mir noch ob er wohl ganz alleine hier draussen schlafen wird? In welche Richtung er wohl zieht? Werd ich ihn morgen früh auf dem Gipfel antreffen?
Es ist windstill und sehr ruhig, eine friedliche Nacht in einem Schneeparadies steht mir bevor. Nachdem ich etwas feines gekocht habe, Lenny gefüttert habe und nochmals mit ihm draussen war, checke ich die Route ab, die ich am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang machen will. Dafür habe ich eine hervorragende App namens MapOut, die eine sehr Detailreiche Karte anbietet, worauf jeder Weg auch offline gekennzeichnet ist. Ich kann darin zum Beispiel die Route kennzeichnen, die ich gehen möchte und sehe dabei das Höhenprofil der Route und weitere Informationen, die für mich wichtig sind. Auch schaue ich auf zwei weiteren Apps, namens TPE und Peakfinder nach, wo genau die Sonne aufgehen wird und um welche Zeit das sein wird. Das alles anhand von einem Point of View Modus. Diese Informationen sind für mich wichtig, um zu visualisieren, wie die Fotos aussehen könnten, wenn alle Faktoren mitspielen.
Verschneite Landschaft Glaubenberg
Verschneite Landschaft Glaubenberg

Es ist gerade mal 04:30 Uhr als der Wecker mich aus dem Tiefschlaf holt. Da ich um 05:30 Uhr loslaufen möchte um sicherlich 30 Minuten vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein, wo ich fotografieren möchte, stehe ich so früh auf. Zudem habe ich dadurch auch genügend Zeit um zu frühstücken, Lenny zu füttern, alles ready zu machen und rechtzeitig loszugehen. Für heute morgen lasse ich die Meditation weg, denn sonst müsste ich noch früher aufstehen. Was ich in den letzten Jahren als Naturfotograf gelernt habe ist, dass das Sonnenlicht nicht auf uns wartet. Die ersten Kilometer sind vom gestrigen Touren Skier vorgespurt. Diese Spuren nutze ich, solange sie auf dem Weg sind den ich gehen möchte, um Kräfte zu sparen. Einen Drittel der Strecke kann ich so auf vorgespurter Strecke laufen. Fast oben am Grat biegt diese Spur aber vom Weg ab und führt mitten in den Hang hinein. Eigentlich schon ziemlich nahe am Ort wo ich später fotografieren möchte. Ich folge dieser Spur, in der Hoffnung, dass sie bis auf den Grat führt, wo ich hin möchte. Leider muss ich aber nach einigen Meter feststellen, dass der Tourenskier von hier oben aus runtergefahren ist, ohne zuerst noch auf den Grat hoch zu laufen. Ich drehe also wieder um und laufe zurück zum Weg, von wo aus ich meine eigene Spur den Berg hochziehe.

Den Grat hinauf Schneeschuh wandern
Den Grat hinauf Schneeschuh wandern

Einige Male muss ich halt machen, um meinen Atem wieder zu beruhigen. Selbst mit den Schneeschuhen sinke ich im Schnee tief ein. Ich muss wohl noch grössere Schneeschuhe anhaben, um mit meinem Gewicht nicht so fest im Schnee einzusinken. Ich nutze diese Pausen, um den Sternenhimmel zu betrachten. Tausende Sterne glitzern über mir und hie und da sehe ich einen Satelliten oder eine Sternschnuppe lautlos über mir vorbeifliegen. Immer wieder vergewissere ich mich, ob es Lenny gut geht. Er folgt mir seit dem Start auf dem Parkplatz Langis auf Schritt und Tritt, um nicht selber im Schnee zu versinken. Am Anfang hat er noch probiert vor mir zu gehen, was er ziemlich schnell wieder sein gelassen hat. Da ich keine Schutzkleider für ihn besitze, bin ich leicht unsicher, ob es schlau war, ihn bei diesen tiefen Temperaturen und dem vielen Schnee mitzunehmen. Laut MeteoSchweiz soll es in dieser Gegend, im Moment, zirka minus 20 Grad Celsius sein. Nachdem wir auf der Anhöhe den Weg verlassen haben, um auf dem Grat immer weiter hoch Richtung Rickhubel zu laufen, hat die blaue Stunde angefangen. Der Rickhubel ist ein kleiner Gipfel auf dem Weg zum Schönisei, der eine wundervolle Sicht Richtung Obwalden verspricht. Mittlerweile brauche ich keine Stirnlampe mehr, da wegen der blauen Stunde es langsam genügend hell ist. Hie und da stelle ich die Kamera mit Stativ auf und mache einige Fotos. Während den grösseren Pausen, um zu fotografieren, nehmen ich die Parkajacke hervor, die ich in meinem Rucksack mittrage und lege sie mit der Aussenseite auf den Schnee. Dies, um Lenny eine geschützte Fläche vor dem Schnee zu geben. Während dem ich warte, dass die Kamera das Foto belichtet, nehme ich wahr, das Lenny mittlerweile zu zittern begonnen hat. So nehme ich noch die warme Flasche mit Tee aus dem Rucksack hervor und lege sie zwischen Parkajacke und Lenny. Auch mache ich einige Druckknöpfe der Jacke zu, um Lenny einen Rundumschutz zu bieten. Dies scheint zu nützen, da er sich hinlegt und aufhört zu zittern.

Es ist schon Tag hell, doch die Sonne ist noch nicht sichtbar. Zu dieser Zeit scheint es besonders kalt zu sein, obwohl es windstill ist. Die Stimmung ist schon so schön, dass es sich lohnt zu Fotografieren, was ich auch tue. Nicht mehr lange und die Sonne steigt hinter den Alpen hervor, die sich vor mir im Horizont erstrecken. Ich bin jetzt schon ziemlich nahe am Rickhubel, vielleicht 30 Minuten Fussmarsch hätte ich noch vor mir. Das Gelände würde aber nochmals anspruchsvoll sein. Vom Schnabelspitz aus, der Ort wo ich mich gerade befinde, ist der Gipfel zum Greifen nahe. Ich sehe ein einzelnen Tourenskier der im Zickzack hoch Richtung Rickhubel läuft. Ich gehe davon aus, dass er danach den fast unberührten Hang runterfahren wird. Mit einem Juchtz mache ich ihn auf mich aufmerksam, als er oben am Gipfelkreuz ankommt. Ich winke ihm rüber, doch er scheint so beschäftigt zu sein, dass er mich nicht bemerkt. Seit ich auf dem Grat unterwegs bin, habe ich die Kamera in der Hand und Fotografiere diese wunderschöne Landschaft um mich herum. Damit ich nicht selber kalt bekomme, da ich nebst meiner Thermounterwäsche nur eine Winterwanderhose und eine dünne Daunenjacke anhabe, suche ich aktiv nach Motiven zum Fotografieren, um in Bewegung zu bleiben. Da die Sonne bald hochkommt und die spannenden Motiven um den Schnabelspitz sind, habe ich es aufgegeben bis zum Rickhubel hoch laufen zu wollen.

In allen Richtungen finde ich Motive und interessante Perspektiven, die ich als schön empfinde und die mich animieren ein Foto davon zu machen. Der frische Schnee glitzert und einige Wildtierspuren ziehren die Hänge. Lenny beobachtet mich und scheint wegen der Kälte langsam den Spass an der Sache verloren zu haben. Während dem die Kamera am beleuchten ist, gehe ich kontrollieren ob die Tee Flasche noch warm ist. Leider ist sie schon Kalt was der Grund sein muss, dass Lenny wieder zittert. So beschliesse ich, kurz bevor die Sonne über den Berspitzen hervor kommt, wieder runter ins Tal zu laufen. Einerseits damit Lenny in Bewegung kommt und die Kälte, die sicherlich bis in seine Knochen hervorgedrungen ist, abschütteln kann und anderseits, weil die interessantesten Motive auf dem Rückweg liegen.

Ein prächtiger Tag
Ein prächtiger Tag

Die ersten Sonnenstrahlen berühren jetzt die Gipfel der Berge. Der Gipfel vom Schönisei zum Beispiel, wird mittlerweile in einem schönen Licht gebadet, was mich dazu anhält einen kurzen halt zu machen und dies zu fotografieren. Die ersten Sonnenstrahlen erreichen jetzt auch uns und die Landschaft um uns herum. Die Schneeflocken fangen wegen des Sonnenlichts an zu Glitzern und die Sonne selbst, knapp über der Bergkanten, wirkt wie ein Stern. Wiederholt mache ich halt, um dieses Naturschauspiel zu fotografieren. Jetzt habe ich keine Sorgen mehr, dass Lenny frieren könnte, da das Licht der wärmenden Sonne auf uns fällt. Nachdem ich oben am Grat das schöne Lichtspektakel fotografiert habe, machen wir uns auf den Weg zurück zum Camper. Schritt für Schritt wärmt die Sonne uns immer mehr auf und zaubert mir persönlich ein Lächeln ins Gesicht. Eine innere Zufriedenheit breitet sich in mir aus, die mich sogar dazu animiert, während dem marschieren zu singen. Lieder, die ich gerne beim Wandern singe und meine Gefühle widerspiegeln. Mittlerweile läuft Lenny vor mir, um im Schnee herumzutollen. Da er jetzt auf meiner Spuren laufen kann, die ich beim Hochlaufen gelegt hinterlassen habe, sinkt er auch nicht mehr so fest ein. Nach einiger Zeit kommen wir an einem Wäldchen vorbei, das sehr lichte ist. Dort nehme ich eine schwarze Gestalt wahr, die von Baum zu Baum fliegt. Ich halte an, um dieses Geschehen genauer zu beobachten. Ich entdecke mehrere Birkenhühner, die auf den Baumkronen hocken. Sobald ich in die Nähe komme, weil mein Weg runter zum Camper durch diesen Wald führt, fliegen sie fast lautlos davon. Mehrere Male sichte ich diese schönen Tiere, bevor ich aus diesem Wald trete.

Tief verschneite Natur
Tief verschneite Natur

Die Nebeldecke, die während der Nacht bei zirka 1300 Meter über Meer lag, hat sich mit der Wärme der aufgehenden Sonne mittlerweile bisschen nach oben gehoben. Dies fällt mir auf, weil der Parkplatz nun im Nebel verschwunden ist, was mich wiederum dazu anhält, ein bisschen Zeit an der Sonne zu verbringen, bevor es in die Nebelsuppe zurückgeht. Auch kommen uns langsam die ersten Menschen entgegen und ich spüre, dass die Ruhe und die Idylle hier oben bald ein Ende hat. Das Gleiche denken die Birkenhühner ironischerweise wohl auch von mir. Ich suche mir ein Plätzchen neben dem Weg mit einer schönen Aussicht und mache es mir für zirka eine halben Stunde bequem. Ich nutze diese Zeit, um einerseits das Essen, das ich mitgenommen habe, zu essen und anderseits in der Natur zu meditieren. Während dem ich die Augen geschlossen habe und ganz still da sitze, spüre ich wie die Sonne mein Gesicht aufwärmt.  Die Wärme der Sonne geht durch meinen Körper und taut alles auf, was in  denn letzten Stunden gefroren war. Lenny sitzt zwischen meinen Beinen ganz still da und beobachtet die Umgebung. Ich höre, wie der Specht in der Nähe an den Bäumen klopft, die Birkenhühner im Wald zusammen kommunizieren und Singvögel in der Nähe sind und ihre Lieder singen. Im Moment zu sein und diese Eindrücke wahrzunehmen, sind eine geistige Bereicherung für mich und haben eine entsprechend schöne Wirkung auf mein Bewusstsein. Ich fühle mich in diesem Moment besonders fest mit der Natur um mich herum verbunden. Nachdem immer mehr Menschen in der Nähe von mir entlangkommen, nehme ich dies als Zeichen wahr, um mich auf den Weg zurück nach Hause zum Camper zu machen, um schauen zu gehen, wie die Bilder mit der Kamera herausgekommen sind.

Der Nebel rückt näher
Der Nebel rückt näher

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