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Meine Fotoausrüstung für die Reisefotografie

Hallo ihr Lieben.

Dieses Mal schreibe ich über meine Fotoausrüstung, die ich für die Reisefotografie nutze. Ich werde dabei über meine Erfahrungen schreiben und wie ich zu meiner Fotoausrüstung gekommen bin, die ich heute besitze. Auch werde ich darüber schreiben, wieso ich genau diese Fotoausrüstung verwende. Es soll aber keinen technisch orientierten Blog-Eintrag werden. Es gibt genug Ratgeber über Fotoequipments für unterwegs, die sich auf technischen Inhalt fokussieren.  Zu Anfangszeiten meiner Fotografie Laufbahn habe ich gerne die Reviews und Tipps von Gunter Gwegner (www.gwegner.de) konsumiert. Heutzutage lese ich sie aber nicht mehr. Einerseits, weil ich schon 10 Jahre intensiv fotografiere und so die Konstellation für mich zusammen habe, die mir Freude macht und mich erfüllt. Anderseits, weil ich nicht mehr ganz so technisch orientiert bin, sondern mich eher mit Kreativität oder anderen Themen auseinandersetze. Was wahrscheinlich damit zu tun hat, dass ich das nötige technische Wissen habe, welches mir am Anfang gefehlt hat. 

 

In den Augen gewisser Fotografen Kollegen habe ich mein Foto Equipment über die Jahre “gedowngraded”. Doch stimmt diese eher plumpe Aussage? 

Ich habe mit den APSC Kameras angefangen intensiv zu fotografieren. Danach wechselte ich zu Vollformat Kameras und bin dann wieder zurück zu Crop-Kleinbild-Sensoren Kameras gewechselt. Doch wieso habe ich dies gemacht? Ist das jetzt schlechter?

 

Das Killerkriterium für den Wechsel zurück zu APSC Kameras war das Gewicht der Fotoausrüstung. Rein physikalisch gesehen kann eine Vollformat Kamera gar nicht so leicht sein wie eine Crop-Kleinbild-Sensor Kamera. Es sei denn, sie würden anfangen Werkstoffe für das Kameragehäuse verwenden, die sehr leicht sind, wie z.B. Kohlenfaserstoff (Karbon) oder ähnliches. Die winzigen Einbussen in der Bildauflösung die ich dabei eingegangen bin beim Wechsel zurück zu APSC Kameras, habe ich bis heute nicht bereut. Mir persönlich hat der Wechsel zurück sogar wieder mehr Freude am Fotografieren gebracht, da ich nicht mehr 20 - 30 Kilogramm Foto-Gepäck herumschleppen muss.

Mittlerweile bin ich manchmal sogar so weit, dass meine Kamera Kombination (Kamera + Objektiv) in die Jackentasche passt und nur wenige Kilos wiegt. Obwohl ich mehrere Objektive für meine Kamera besitze, ziehe ich immer wieder gerne mit einem Objektiv los und geniesse beim Fotografieren diese Schwerelosigkeit. So gesehen steht der sogenannte “Downgrade” gar nicht so schlecht da. Ich habe zwar in gewissen Punkten wie z.B. Auflösung und Dynamik Einbussen gemacht, habe aber in Sachen Gewicht, Pack Mass und Software meines Erachtens ein Upgrade gemacht. Im Vergleich zur Nikon D800e war die Software der Fujifilm X-T2 im positiven Sinn, eine ganz andere Welt. Noch übersichtlicher in der Menüführung und dazu kommt noch, dass Fujfilm immer wieder Firmware Updates kostenlos freigeben. Dadurch bekommen die Kameras nach dem Updates zumteil neue Funktionen oder Fehler in der Software werden behoben. So hat man noch den alten Body, bekommt aber Funktionen von den neuen Modellen. Die kleinere Auflösung und der kleinere Umfang an Dynamik rein von der Grösse des Sensors, ist im Bereich Crop-Kleinbild-Sensoren zu Vollformat (Was Kleinbild entspricht) so gering, das es meines Erachtens keinen Sinn ergibt, sich darüber denn Kopf zu zerbrechen was jetzt besser ist.

Doch welche Fotoausrüstung ist jetzt auch gut für die Reisefotografie?

Ich persönlich sehe es so, dass man heutzutage schon mit einem modernen Smartphone gut gerüstet ist für die Welt der Fotografie. Die Kameras im Smartphone haben immer bessere Performance und selbst in der Nacht machen sie mittlerweile beeindruckend gute Bilder für diesen winzigen Sensor. Dies liegt unter anderem auch an den ausgeklügelten Softwares der Smartphones. Natürlich sind da irgendwo physikalische Grenzen gesetzt was die Auflösung, die Dynamik usw. angeht. Doch mit dem, was mit den Smartphones machbar ist, kommt man schon ziemlich weit in der Fotografie! Ich glaube auch, dass es darauf ankommt, wie Kompromissbereit man ist. Ich persönlich fotografiere immer wieder mit meinem Smartphone, Schnappschüsse, wenn ich unterwegs bin und einige davon schaffen es immer wieder in die Auswahl der Bilder für den Blog. Wie z.B. das Bild am Ende dieses Abschnittes. Das habe ich in Marokko gemacht. Obwohl ich die “Fette” Vollformat Kamera umgehängt hatte, schoss ich dieses Bild aus Intuition mit dem Smartphone. Damals war ich mit einer Reise Kameradin, die ich im Hostel in Marrakesch kennengelernt hatte, in der Altstadt von Marrakesch unterwegs, weil sie von mir was in Sachen Fotografie lernen wollte. Da sie selber mit dem Smartphone fotografierte, war dieser Moment sicherlich hilfreich, ihr begreiflich zu machen, dass ganz andere Faktoren ein Bild ausmachen als die Auflösung usw..

Lass Dich nicht von der Bildqualität beirren. Dieses Foto ist ein Screenshot von einem Screenshot, da ich das Foto selber nicht mehr auf meiner Festplatte finde. Der Moment und die Bildgestaltung zählt hier.

Ich denke die beste Kamera ist die, die in erster Linie sich in der Hand gut anfühlt. Dies kann für jeden eine andere sein. Ich persönlich habe in meinem Werdegang als Fotograf, bis heute einen enormen Wandel gemacht, was das Kameraequipment angeht. Angefangen habe ich mit einer Nikon D90 die einen Kit Objektiv dabei hatte und die ich von einem Freund empfohlen bekam. Danach ging es von verschiedenen APSC Kameras wie z.B. die Nikon d5100, die Nikon d7000, die Nikon d7100, weiter zu einer Vollformat Kamera, die Nikon d800e. Nachdem ich die Nikon d7100 kaufte hatte, investierte ich aber vor dem Schritt zur Vollformat Kamera, in gute Objektive wie z.B. das Super Weitwinkel von Nikon, das Nikkor 16-35 mm F4, das Standard Zoom von Nikon, das Nikkor 24-70 mm F2.8 oder das Tele Zoom Objektiv von Nikon, das Nikkor 70-200 mm F2.8. Dieser Schritt ging ich, nachdem ich auf meine D7100 eine gute Linse schnallen durfte und damit einige Bilder fotografieren durfte. Zu Hause beim Bearbeiten der Bilder mit den guten Objektiven merkte ich, was für eine wichtige Rolle ein gutes Objektiv spielt, wenn man technisch, qualitativ gute Bilder fotografieren will. Erst als ich diese drei Linsen besass, wagte ich den Schritt zur Vollformat Kamera. Die technische Qualität der Fotos wurde ab dem Einsetzen der Nikon d800e nochmals erhöht. Doch den Umgang mit solch Hochauflösenden Kameras musste ich zuerst noch lernen. Dies ging einige Wochen bis ich es verstand, mit solch grosser Bildqualität umzugehen. Einerseits, verzieh mir diese Kamera keinen Fehler während dem Fotografieren, andrerseits auch nicht in der Nachbearbeitung. Die Auflösung war so hoch, dass man auch rasch die Fehler bemerkte wie z.B. einen falsch gesetzten Fokus. Da die integrierten Festplatten und Arbeitsspeicher meines Computers mit diesen grossen Dateien überfordert war, musste ich auch da aufrüsten. Nachdem ich mich mit dem Fotoequipment von Nikon und der Nachbearbeitung zurechtgefunden hatte, fing ich mich an mit Gestaltungsthemen wie Bildsprache, Bildaufbau usw. intensiv auseinander zusetzten. Ich lernte dabei, dass ein gutes, aussagekräftiges Foto, wenig mit der technischen Qualität eines Fotos zu tun hat.

Umso mehr ich mich in diese Thematik vertiefte, umso mehr fing ich an das Gewicht meiner Kameraausrüstung auf dem Rücken zu spüren. Immer wieder fragte ich mich, nach einer anstrengenden Tour in der Natur, ob ich nicht irgendwie an Gewicht sparen könnte.

Zur richtigen Zeit, die richtige Veränderung

Nach einer Tour im Wallis, die ich mit meinem Kollegen Hanspeter “Hampi” Gass gemacht habe, der bemerkenswerte Referenzen in der Welt der Fotografie hat, wusste ich, dass gute Fotos auch mit kleineren Kameras fotografiert werden können. Er war bei dieser Tour mit einer kleinen Fujifilm X-Pro 2 unterwegs, obwohl er zu Hause einen Fuhrpark an Vollformat Kameras hatte, von denen ich dazumal nur hätte träumen können. Mich persönlich irritierte es, dass er “nur” mit der kleinen Kamera unterwegs war. Die ganze Tour über versuchte ich zu verstehen, wieso er die kleine Kamera mitnahm, obwohl er die ganz grossen Nikon Kameras zu Hause stehen hatte.

Diese Frage beantwortete er mir, indem er mir diese Fujifilm Kamera in die Hände drückte und meinte, ich solle mich ein bisschen mit ihr Austoben. Dabei stand er mir Rede und Antwort. Das Handling gefiel mir sehr gut mit den Einstellungsrädchen oben am Body, die an analoge Kameras erinnert, und das Gewicht war bemerkenswert leicht. Als ich ihn zu Hause absetzte, lud er mich ein mit hoch zu kommen, um mir einige grosse Prints zu zeigen, die er in der Wohnung hängen hatte und die mit dieser Fujifilm Kamera fotografiert wurden. Ab diesem Moment wusste ich, dass ich einen Wechsel zu den Fujifilm Kameras in Betracht ziehen würde.

 

Nach dieser Tour plante ich eine einwöchige Reise nach Portugal, um diese Fujifilm Kameras noch näher kennen zu lernen. Hampi lieh mir seine Kamera inkl. einige Linsen für eine Woche aus. In dieser Woche entdeckte ich in mir eine neue Freude und Motivation für die Fotografie. Dies, weil ich mit so leichtem Gepäck unterwegs sein konnte und dabei hervorragende Fotos machen durfte. Nachdem ich zurück war, schrieb ich meine gesamte Nikon Ausrüstung zum verkauf aus, und wechselte kurzer Zeit später zu Fujifilm Kameras.

Nachdem ich den Wechsel vollzogen hatte und mir eine Fujifilm X-T2 kaufte und die dazu passende Objektive, Fujinon 10-24 mm F4, 27 mm F2.8 und das 50-140 mm F2.8, kam ich immer mehr in Kontakt mit Hampi. Alle Fragen die bei mir offen waren bezüglich dieses Kamerasystems, versuchte Hampi mir zu beantworten. Dadurch, dass er mittlerweile selbst bei Fujifilm Schweiz arbeitet, lernte ich auch einige Mitglieder vom Team Fujifilm Schweiz kennen. Da ich mit gewissen Teammitgliedern gut sympathisierte entstanden einige Projekte gemeinsam mit Fujifilm Schweiz. Eines davon war z.B. die zehn tägige Reise auf die Azoren Inseln Flores und Corvo, die ich mit Hampi und Oliver Wehrli gemacht habe.

Bei diesem Projekt ging es darum, die unberührte Natur der Insel Flores und Corvo zu entdecken, zu dritt genau das gleiche Kameraequipment dabei zu haben, beschränkt Kamera Akkus dabei zu haben, um dem Knipsen  entgegenzuwirken und die ganze Zeit über Outdoor mit Zelt unterwegs zu sein. Auch wollten wir nicht mehr als 20 Kg Gepäck dabei haben pro Person, um die Anstrengung dieser Reise nicht ins Unermessliche zu treiben.

 

Als Kameraequipment stellte Fujifilm Schweiz, Hanspeter Gass, Oliver Wehrli und mir die Fujifilm GFX 50 S zur Verfügung, die erst seit kurzer Zeit auf dem Markt war. Dazu stellten sie uns das noch nicht auf dem europäischen Markt erschienene Fujinon GF23mm Objektiv von Fujifilm zur Verfügung. Diese Kombination war vor allem für uns Landschaftsfotografen sehr spannend, da wir mit dem Mittelformat Sensor der Fujifilm GFX 50 S ein Äquivalent von 18 mm Brennweite bekamen. Zur Dokumentation dieser Reise brachten wir alle drei die Fujifilm X100F mit, die ein festes Objektiv mit 23 mm Brennweite besitzt und auch von Fujifilm Schweiz zur Verfügung gestellt wurde. Beim APSC Sensor der X100F ergibt dies ein Äquivalent von ca. 34,5 mm Brennweite. Dazu hatten wir für jedes Kamera Model und pro Person fünf Akkus zur Verfügung. Dieses Projekt war für uns in verschiedenen Aspekten sehr interessant, da einerseits zu sehen war wie jeder von uns sein eigener Stil beim Fotografieren hat und anderseits mussten wir uns gut überlegen was wir fotografieren wollten, da die Akkus beschränkt waren.

Nach den Azoren ging es für uns weiter in der Schweizer Fotografie Szene. Wir bekamen weitere Unterstützung von Fujifilm Schweiz und konnten mehrere male unsere Azoren Bilder Ausstellen und einige Vorträge über diese Reise halten.

Bilder mit der X100F

Bilder mit der GFX 50 S

Schnappschüsse mit dem Smartphone

Mit Leichtigkeit den Berg hoch

Foto by Roman Burri Fotografie
Foto by Roman Burri Fotografie

Mittlerweile besitze ich eine Fujfilm X-T3 Kamera mit den oben genannten Objektiven, da die erste Fujifilm X-T2 mal bei einer Unaufmerksamkeit ins Wasser stürzte und dadurch kaputt ging. Für die Landschaften oder um im inneren von Gebäuden zu fotografieren, benutze ich gerne das Fujinon 10-24 mm F4 von Fujifilm. Auch das Tele Zoom Fujinon 50-140 mm F2.8 von Fujifilm benutze ich gerne für die Landschaftsfotografie und für das Fotografieren von Portraits oder Action Bilder mit Haustieren. Und zu guter Letzt, fotografiere ich wie unten zu sehen, auch sehr gerne mit dem Fujinon 27mm F2.8 Objektiv. Dieses Objektiv ist so klein und unscheinbar, das mich niemand wirklich als Fotograf wahrnimmt. Dies mache ich mir an Events oder in einer Stadt zu nutzen, um ungestellte Bilder zu kreieren.

Liebäugeln mit neuem Werkzeug

Als ich den Wechsel zu Fujifilm Kamera Systeme gemacht habe, dachte ich zuerst daran, irgendwann eine Fujifilm GFX 50 S zu kaufen. Dies wollte ich tun, um bei Landschaftsfotografien eine relativ hohe technische Bildqualität zu erreichen. Seit ich auf den Azoren damit unterwegs war, war ich total begeistert von der Bildqualität dieser Bilder. Ich musste aber der Realität ins Auge schauen und für mich erkennen, dass es in meiner Situation keinen Sinn ergibt eine Fujifilm GFX 50 S anzuschaffen. Einerseits, weil mein zu Hause einen Camper ist und der Platz sehr beschränkt ist um zwei Kamera Systeme mit mehrere Objektiven zu verstauen und anderseits, weil Gewichts-technisch diese Kamera wieder bei Vollformat Kameras mitmischt. Da ich aber diese Schwerelosigkeit der APSC Kameras auf Touren sehr schätze und weil ich nur selten meine Bilder Printe, da käme die Bildqualität dieser Kamera erst recht zum Vorschein, entschied ich mich gegen einen Kauf dieser Kamera.

 

Für die Zukunft liebäugle ich aber mit der Fujifilm X100V. Das Vorgänger Model, die X100F durfte ich ja auf den Azoren ausprobieren und dieses Kaliber hat es mir total angetan, um unterwegs zu fotografieren. Selbst die Qualität der Bilder war sehr zufriedenstellend, wie man oben an den Schwarz/Weiss Dokumentar-Bilder aus den Azoren sieht. Ich frage mich aber für die Zukunft, ob es Sinnvoll ist nebenbei noch die X-T3 weiterhin zu besitzen oder ob ich gleich nur noch mit der kleinen X100V unterwegs sein soll. In diesem Punkt bin ich persönlich noch unentschlossen, da ich das Super Weitwinkel und den Tele Zoom noch zu fest lieb hab.

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