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Living the dream of #Vanlife Pt.1

Lagerfeuer am See
Lagerfeuer am See

Hey Leute, in diesem Artikel werde ich wieder mal persönlicher und ich schreibe über das Leben im Camper. Da es mittlerweile knapp 3 Jahre sind, die ich als Camper Nomade lebe, haben sich so einige Storys angesammelt.

 

Bis heute konnte ich mit diesem Lifestyle überwiegend gute Erfahrungen sammeln und der eine oder andere fragt sich wahrscheinlich wie es überhaupt dazu kommen konnte dass ich in den Camper zog...

 

Schon als ich klein war und mein Vater mir seine Geschichten erzählte, wie er und seine Freunde in den 60er und 70er Jahre per Anhalter mehrere Monate durch Europa reisten und in Zelten lebten, brachte er mich damit immer wieder zum staunen. Ich konnte mir oft gleich bildlich vorstellen wie Sie unterwegs waren und wie dies aussehen musste. Dies waren die ersten Keime die in mir gesät wurden um mein heutiges Leben im Camper so unbeschwert ausleben zu können. Schon Jahre bevor ich ein Camper besass, traff ich Vanlifer oder hörte romantische Geschichten von Ihnen. Doch zu dieser Zeit fand ich einfach nur die Idee davon cool. Ich selbst hatte den Fokus in einem anderen Lebensstil gesetzt. 2015 änderte sich dann ein Großteil meines Lebens durch die Trennung meiner dazumaligen Partnerin und  kurz darauf lief ich den Jakobsweg für einige Wochen um davon abstand zu bekommen. In der Zeit als Jakobs Pilger hörte ich durch den Kontakt zu anderen Pilger, verschiedene Geschichten und Schicksalen die Ihnen zugetragen wurde. Genau diese Geschichten gingen nicht spurlos an mir vorbei, sondern fingen an mein Bewusstsein zu ändern. Nach dem Pilgern ging ich allein in fernere Länder da ich in Reise Stimmung war und oft mit ganz einfachen Mitteln. Dies erlaubte mir oft, in andere Kulturen einzutauchen und noch mehr von anderen Menschen zu erfahren.

 

Als im Mai 2016 sich dann die Chance ergab, einen Camper auszuleihen um damit in Europa Reisen zu gehen, kamen all diese Geschichten die ich von Vanlifer gehört hatte wieder auf. Die Vorfreude wurde gross und die Planung für diverse Routen waren schnell gemacht. So fuhr ich einen Tag nach dem erhalt des Campers, in den Süden Richtung Toskana!

Unten angekommen hatte ich riesiges Glück mit dem Wetter und die Woche in der Toskana wurde ein voller Erfolg! Das Wetter spielte mit um tolle Bilder zu kreieren und ich hatte genug Zeit um den Camper entspannt zu entdecken! Täglich fand ich etwas neues heraus und oftmals Sachen die mir das Leben im Camper erleichterten. Ich fand heraus wie der Kühlschrank funktioniert, wie das Gas zu handhaben ist oder wie schnell die Bordbatterie leer sein kann. Die Zeit in der Toskana war der Anfang meines Camper Nomaden daseins und er war so toll dass ich von dort aus, gleich quer durch Europa Richtung Bretagne tuckerte. Dort hatte ich vieles dass ich sehen und hauptsächlich fotografieren wollte. So verbissen wie ich zu dieser Zeit mit fotografieren war, legte ich diese Distanz ohne grosse Stops zurück. Als ich dann oben in der Bretagne ankam, ausgelaugt vom fahren, entschleunigte ich wieder radikal. Das fotografieren von Landschaften erfordert viel Geduld und so kam ich wieder einigermaßen zur ruhe. Als ich dann zurück von diesem Road Trip war, sass ich mit meiner Kollegin zusammen, die auch gleich die Besitzerin des Vans war. Ich schwärmt Ihr von ihrem Bus und sie merkte was sie in mir damit auslöste. So meinte Sie, ich soll den Bus doch länger leihen und ihn auf Reisen geniessen bis sie ihn wieder brauchen würde! 

Nachdem ich über den Sommer 2016, mit dem ausgeliehenen Camper so einige Road Trips durch Europa unternahm, traf ich mich in der Schweiz wieder mit meiner Kollegin auf ein Bierchen. Einerseits wollte ich Ihr von den Erlebnissen berichten und anderseits wollte ich beim Camper einen Service durchführen lassen und deshalb um Ihr Einverständnis fragen. Für sie hatte sich so einiges geändert im Leben und sie machte mir klar, dass der Camper ab diesem Zeitpunkt sofort mir gehören würde, falls ich das möchte. Sie konnte ihn nicht mehr wirklich gebrauchen und so empfand Sie dass er bei mir gut aufgehoben sein würde! Für mich war dies natürlich die geilste Nachricht zu diesem Zeitpunkt, dass ich so nie erwartet hätte! Denn dies würd heissen, dass ich ab diesem Zeitpunkt richtig loslegen könnte mit dem Camper. 

Ich unternahm denn Service am Camper und fing an einige Sachen in den Camper zu räumen, die ich immer wieder brauchen könnte wenn ich unterwegs war. Auch eine neue und grössere AGM Bordbatterie  kam dazu da die alte eine ungeeignete Starterbatterie war und mir immer wieder Strom lose Tage brachte.

 

Nachdem ich merkte dass ich mit den Kamera- und Laptop-Akkus die Bordbatterie richtig aussaugte, musste was neues an Technik her. Ich studierte an einer Solaranlage herum, um die Bordbatterie bei sonnigen Tagen aufladen zu können. Da ein guter Freund davon wind bekam und mein Geburtstag an der Tür stand, brachte er beim nächsten wiedersehen ein riesiges Packet mit. Dort drin befand sich tatsächlich dann die gewünschte Solaranlage, was mich völlig aus dem Häuschen brachte! Dank der Werkstatt meines Arbeitgeber und die handwerklichen Fertigkeiten die ich in all diesen Jahren gelernt hatte konnte ich die Anlage in wenige Stunden verbauen. Mit neuer Motivation ging es für mich weiter mit dem Reisen und langsam wurde es kühler in Europa. Gut das der Camper eine Standheizung drin hatte die den Bus kuschelig warm hielt.

 

Nachdem mir immer wieder diese verschiedene Storys über Vanlifer in den Sinn kamen, die ich gehört hatte, fing auch ich an über solch ein Lebensstil nachzudenken. Die einen zum Beispiel Wohnen noch heute in den USA, fahren wohin sie wollen, mit ihrem VW T2 und wenn das Geld knapp wird, arbeiten Sie auf einer Farm oder machen andere Gelegenheitsjobs. Auch generieren Sie ihr Einkommen durch Fotografie Jobs und kreatives erschaffen von neuen Dingen, wie zum Beispiel ein eigenes Buch. Kaum haben Sie wieder einiges beisammen, geht es weiter. Nach dieser Story kam mir auch die eine Story über eine Familie in den Sinn die mir Freunde erzählten. Ein portugiesisches Päärchen mit Kleinkind leben in einem Bus in Portugal. Parken oft am Strand um zu Surfen, machen Kunst und verkaufen sie an den Märkten. Auch die Storys von meinem Vater kamen hoch und so wurde aus einer Idee und hangen gebliebene Storys, ein eigener Wunsch.

Nach einigem hin und her sah ich kein triftiger Grund, wieso nicht auch ich solch ein Leben führen soll. So zog ich im November 2016 aus der Wohnung aus um in den Bus zu ziehen.  Das Einkommen zum Leben generierte ich zu dieser Zeit mit einer 60% Anstellung und gelegentlichen Fotografie Jobs. Das reichte mir völlig aus um solch ein Lifestyle auszuleben.

Da ich aber in der Schweiz bleiben wollte und auch die Anstellung nicht kündigen, blieb ich bis heute hauptsächlich in der Schweiz. Anfangs war es noch schwierig Abwechslung in den Wildcamping Plätze zu bringen. Ich kannte zu den Anfangszeiten 2-3 Plätze die ich abwechselnd besuchte. Die Wochenenden waren die Tage, die ich Nutzte um weitere Plätze zu finden. So blieb das Leben im Camper spannend und ich hatte mit der Zeit reichlich Abwechslung an Plätzen. Während der Woche besuchte ich täglich am Feierabend neue Orte und an den Wochenende besuchte ich Freunden und suchte immer weiter nach Plätzen...

 

Während dem ersten Winter im Camper konnte ich einiges an Erfahrung sammeln, wie ich solch ein Leben führen kann. Wäsche waschen konnte ich vorübergehend bei meinem Bruder und auch die Post war geregelt. Im Februar 2017 kam dann ein Input von einem Freund was mich dazu brachte ernsthaft Gedanken drüber zu machen ob ich mir ein Hund zulegen sollte. Abgeklärt ob ich ein Hund mit zur Arbeit nehmen konnte hatte ich schon 2014, denn dazumals spielte ich auch mit solchen Gedanken. Nochmals beim Arbeitgeber nachgefragt wusste ich dass dies auch noch aktuell so ist. Deshalb entschied ich mich dazu, ein Hund an meine Seite zu holen. Und so kam Lenny zu mir...

Nachdem ich Ihn bei einem Bauernhof kennenlernen durfte und ich Ihn dort auch mehrere male besuchen durfte, entschied ich anhand eines klaren zeichens von Lenny ihn mit auf ein gemeinsames Abendteuer mitzunehmen. Seit Tag eins mit mir zusammen kennt Lenny bis heute das Leben als Camper Nomade und aus eigenem Gespür wie auch von aussenseitige, geniesst er die Freiheiten genau so wie ich! 

 

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