...das kopierte Kopieren.

Während meiner Island Reise 2015 wurde mir bewusst das Inspirationen, sprich Bilder von einer Gegend anzuschauen, meine eigene Kreativität schaden kann. Unteranderem, weil ich dann voreingenommen an einen Ort Reise mit einem fertigen Bild im Kopf dieser Gegend statt mich vor Ort inspirieren zu lassen. Dies kam so weil ich vor der Reise viele Bilder von Island angeschaut habe. So entstand ein Bild im Kopf wie es dort aussehen wird. Vor Ort besuchte ich einige dieser Orte die ich im Netz gesehen hatte und musste feststellen das z.B. die Idyle gar nicht vor Ort da ist, sondern die Aufnahme-Technik diese Ilusion kreiert hat z.B. indem es Menschen verschwinden lässt mit einer Langzeitbeleuchtung oder sonst welche Elemente hinzu oderr entfernt werden. So wurde ich zwangsläufig enttäuscht den ich wollte die Idyle mit den eigenen Augen sehen, geniessen und fotografieren... Hätte ich vorher nicht so viele Bilder konsumiert hätte ich mir ein eigenes Bild vor Ort machen können und wäre nicht schon vorher mit einer Vorstellung dort hingereist die eh nicht der Realität entsprach!

 

Bei einer anderen Reise, die nach Japan (2015), habe ich mich kaum mit dem Land beschäftigt. Unteranderem genau wegen diesem Grund. Sprich, ich wollte unvoreingenommen dahin Reisen und Bilder kreieren die meinem eigenen Stil und meiner eigener Sicht entsprechen. Ich hab zwar vorher geschaut wo es National Pärke gab die ich besuchen könnte doch mehr als 4-5 Anhaltspunkte hatte ich nicht. Dazumal kursierte ich noch sehr viel in den Sozialen Medien und so sah ich auch viele Bilder aus Japan die ich dann auf der Reise doch auch besuchte...wahrscheinlich aus Angst und mangeldes Vertrauen das ich allein schon noch Orte besuchen würde die unbeschreiblich schön sind um zu fotografieren.

Dieser Ort hatte ich vorher mal auf Instagram gesehen und so dachte ich mir, falls ich mal in der nähe bin will ich ihn besuchen gehen. Dies kam dann auch so, kein wunder, da eine Reise Kollegin mir den Vorschlag machte den Bambus Wald mit Ihr zu besuchen. Mir kam da dieses Bild wieder in den Sinn und ich erinnerte mich an die schönheit dass dieses Bild ausstrahlte... Als ich vor Ort war, war ich einerseits beeindruckt und andererseits schockiert. Denn auf dem Foto von Instagram sah man kaum Menschen und vorallem sah man keine Autos. Als ich dort ankam waren hunderte von Turisten, inkl. Wir, vor Ort und Taxis fuhren da auch noch hoch...mitten durch diesen Weg! So wurde ich ein wenig deprimiert weil ich wieder einer Ilusion gefolgt bin, doch mein Ego überedete mich, dieses Foto zu machen. So wartete ich gefühlte 3h um einen Moment zu erwischen wo keine Menschen oder nur ganz wenige da sind. Dies klappte auch aber so kreierte auch ich eine Ilusion und kopierte ein Foto das ich vorher im Netz sah...

 

Nach dem Wechsel zu Fujifilm Kameras und vor allem auch dem intensiven Kontakt mit Hampi, ein Freund von mir, der sehr schöne Bilder kreiert, dies seit Jahren schon und oft von Orten die nicht von den Massen-Foto-Turisten angesteuert wird, änderte sich auch mein Mindset in diesem Hinblick. 


Ich fing an mir mehr Gedanken zu machen was es für einen Sinn macht Orte fotografieren zu gehen die schon x 100 male fotografiert worden sind... vor allem belastet man die Natur ungemein durch solche Foto-Reisen an Orten die im Netzt (Hauptsächlich Sozialen Medien) kursieren weiö die konzentration so hoch wird und nur wenige dann vor Ort wirklich Rücksicht auf die Natur nehmen. Vorher Flog ich mit dem Flugzeug an Orten nur um  einen gewissen Spot auch in meinem Portfolio zu haben, Tropähen denken 😕. Ich fuhr tausende Kilometer rund um Europa ab um einfach Orte zu fotografieren die ich im Netz gesehen hatte und mich beeindruckt haben. Einerseits mag dies ja natürlicher abstammung sein das wir Orte besuchen wollen die einem beeindrucken, doch z.B. als Landschaftsfotograf sollten wir versuchen die Landschaften so spurenlos wie möglich zu besuchen um sie auch für die Zukunft zu erhalten, oder seh ich dies falsch?!

 

Gestern sendete mir ein Freund ein Bild von einer Instagram Story die er sah, wo man ca. 15 Fotografen sieht die in Reihe und Glied nebeneinander stehen und das gleiche Motiv fotografieren. Natürlich fingen wir an über dies zu reden und uns auch über diese entwicklung zu nerven. Ich fing mich auch an zu schämen den vor nicht allzu langer Zeit machte ich genau das gleiche. Orte besuchen die schon x 100 mal fotografiert worden sind und gerade im Trend sind.

 

Wenn mann sich dies richtig überlegt ist dabei auch fast keine Herausforderung mehr. Denn diese schöne Orte werden ja einem auf dem Silber-Tablett geliefert. Die grösste Herausforderung ein schöner Ort zu finden fällt schon aus indem man einfach an Orten geht wo im Netzt gerade Trend sind wil hunderte von Bilder herum kursieren und alle Infos dazu auch noch meist drunter stehen. 

 

Seit ich eben diese Erkenntnis hatte merke ich das ein gelungenes Foto einer schöner Landschaft doch viel schwieriger ist wenn mann an Orte geht die nicht bekannt sind in solchen kreisen. So muss man stunden auf Goggle Earth verbringen und suchen gehen und die Landschaften oftmals von oben oder anhand von Schnappschüssen die auf Panoramio (Google Earth Community?) sind, sich vorstellen wie sie aussehen könnten. Selbst dies ist ja ein mega hilfreicher Tool. Denn ohne Schnapschüsse wäre es nochmals schwieriger...

 

So wurden in letzter Zeit die gezielte Fotoausflüge weniger denn so viele Orte kenne ich nicht wenn ich nicht im Netz nachschauen gehe wo es noch schöne Orte gibt. Dafür sind die Wanderausflüge mehr geworden um einfach neue Horizonte zu entdecken. Dafür ist die Schweiz z.B. ein prädestiniertes Land.

 

Ich frage mich oftmals wieso ich so gehandelt habe in Vergangenheit. Wieso ich mir selten die mühe  gemacht habe neue Orte zu finden statt oftmals an Orte zu reisen die ich im Netz (Instagram, Facebook, 500px, usw.) gesehen habe. Denn da findet man enorm viele Orte wo man hin könnte. Und da kommt noch der Punkt dazu dass ich oft diese Fotos schon beinanhe immer kopieren ging. Evtl. war dies für die ersten Jahre, um Erfahrungen zu sammeln, ganz gut, doch hat mann mal eine gewisse Erfahrung gesammelt und einen gewissen Anspruch an die Fotos, befriedegt das kopieren von kopierten Fotos nicht mehr. Ich denke auch das ich solche kopierte Fotos gemacht habe um schnellst möglich mal gute Bilder zu haben um sie im Netzt zu presentieren, am liebsten so vielen leuten wie nur möglich, um meinen Selbstwert Gefühl zu steigern, Anerkennung zu gewinnen die ich im realen leben nicht bekommen habe...doch wieso machte ich das?

 

Gestern haben wir uns auch gefragt wie man solch ein Wahnsinn stoppen kann. Und so kam ich zum Gedanken das man Fotos machen sollte nur für sich selber. Sprich, sie gar nicht gross zu Veröffentlichen und wenn, dann nur in kleinen kreisen (zuhause an Freunde (anhand einer Diashow wie früher) oder hier auf der Website die eh wenig traffic besitzt) um die bekanntmachung solcher Orte nur in langsamer und geringer Geschwindigkeit zu vollbringen. Villeicht auch einen Vortrag oder Ausstellung planen wo man solche Bilder zeigt denn da ist der verbreitungskreis sicherlich kleiner und schonender als im Netz wo die Bilder um die welt gehen können und sich verbreiten wie die Pest...


Wenn wenn ein Ort bekannt wird, und alle dort hin Pilgern, leidet die Natur dadurch und so wird der Landschaftsfotograf zum Naturzerstörer...alla nach mir die Sinnflut!

 

Mich würde es interessieren was Ihr dazu denkt! Schreibt doch eure Ansichten dies bezüglich in die Kommentare und auch Kritik zu diesem Text ist willkommen denn was ich hier geschrieben habe ist nur meine Sicht auf die dinge. Ich würde mich aber diesbezüglich gerne mit euch Austauschen!


In liebe Lenny&Nelson



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Kommentare: 15
  • #1

    Reto (Sonntag, 02 Juli 2017 21:56)

    Danke für den Artikel! Ich reise nach wie von an mehr oder weniger bekannte Orte - immer auch mit dem Ziel zu versuchen, etwas eigenes zu machen. Eins scheint mir wichtig: Wenn man diesen Kreislauf stoppen will, dann muss man genau das durchziehen, was Du am Schluss des Artikels geschrieben hast: Gar nicht mehr auf den (Massen-) social media posten! Sonst geht der run auf die vorher unbekannten locations los und man hat selbst zum Problem beigetragen. Aber wer kann und will das denn heute noch? Diashows? Schwierig. Ausstellungen? Gerne! Aber wer will denn meine Bilder aussstellen? Und - wer macht sich die Mühe, sie anzuschauen? Man kann das Ganze auch von der positiven Seite sehen: Sehr viele Leute haben heute die Chance, an tolle Orte zu gehen und zu fotografieren, wo es früher nur ganz wenigen gut bezahlten privilegierten Fotografen z.B. von National Geographic vorbehalten war. Und wir Normalos durften dann mit grossen Augen die Hochglanzmagazine mit den tollen exotischen Landschaften bewundern und davon träumen....
    Heute dürfen wir auch - und wir leben halt heute. Will heissen: früher sagte man: cogito ergo sum - ich denke, also bin ich. Heute gilt: Esse est percipi - Sein ist gesehen zu werden. Die möglichen Folgen davon hast Du beschrieben.....

  • #2

    Roman (Sonntag, 02 Juli 2017 22:14)

    Ich kann dir nicht widersprechen Nel. Ich habe die selbe Erfahrung gemacht wie du, im In-und Ausland.
    Ich strebe es auch an, meine Sicht zu finden und Orte neu zu entdecken oder anders zu sehen, dennoch gibt es auch das Trophäen jagen. Es muss nicht per se schlecht sein, ich finde ich habe sehr viel davon gelernt und wäre der Natur niemals so nah gekommen wie ich es jetzt bin, wenn ich dies nicht gemacht hätte. Nur weil "alle" schon mal da waren heisst das für mich nicht das ich ebenfalls diese schönen Ort besuchen und geniessen möchte, denn es gibt sie noch die bekannten und trotzdem einsam schönen und Wilden Orte.

    Ich freue mich jedes mal umso mehr wenn ich neue Sichtweisen und Spots entdecke. Dieses Jahr waren es schon einige, die sogar noch unveröffentlicht auf meiner Festplatte lungern. Ich habe die bewusst noch nicht rausgehauen, irgendwas hat mich da noch zurück gehalten, wer weiss, vielleicht waren es ja sogar die selben Ansätze, ich habe mir da noch nicht gross Gedanken darüber gemacht weshalb, aber irgend etwas hält mich zurück.

    Wie oft wollte ich schon nach Island zurück und habe es nicht gemacht weil ich das heutige ausmass gar nicht sehen will und lieber die Erinnerungen von früher behalte.

    Ah übrigens zum unteren Bild, den 19.8.2017 ist bei uns reserviert um wieder einen gemeinsamen "geniesser" Trip zu starten mit den selben leuten und noch ein paar mehr, würde mich sehr freuen wenn du wieder dabei bist. Der Ort wird natürlich wieder ein anderer sein :-)

    Liebe Gruess Römu

  • #3

    Fran (Montag, 03 Juli 2017 09:16)

    Danke Nelson für Deine Zeilen!

    Ich mag den Trend überhaupt nicht. Wenn ich im Instagram immer wieder die gleichen Spots sehe, langweilt das doch. Mich persönlich reizt es wenig, dorthin zu fahren. Die Lavendelfelder sind voll von Fotografen oder "Models" die in den schönen Lavendelstauden herumstehen, bei gewissen Spots hat man vermutlich vor lauter Leuten null Chancen eine tolle Perspektive hin zu bekommen.

    Klar, auch ich suche mir schöne Spots via Internet wenn ich Fotoferien mache, ganz klar. Aber ich suche mir auch meine Eigenen und habe ehrlichgesagt mehr Freude an den Selbstentdeckten, als an den bereits bekannten Spots.

    das Schlimmste finde ich, wenn man Spots versucht genau so zu fotografieren wie das berühmteste Bild von Instagram aussieht. Wenn man schon unbedingt an einen solchen Spot "muss" warum nicht seine eigene Perspektive wählen? aber eben, oft sind die Orte schon so überlaufen und es wird mit Insta und FB leider nicht besser.

    LG Fran

  • #4

    Burim (Montag, 03 Juli 2017 19:27)

    Hi Nel, es freut mich wieder mal etwas von dir zu sehen/lesen. Danke für diesen Artikel. Diese Gedanken habe ich auch immer wieder und bin auch der Meinung das schöne Bilder überall entstehen können wenn man spezielle Lichtstimmungen oder Perspektiven sucht. Ich persönlich reise immer noch zu den bekannten Orten und teile auch meine Bilder in den socialen Medien aber das Thema über das du geschrieben hast finde ich interesant und beschäftigt mich auch ein Wenig. Ich wünsche dir und jedem Fotograf den Weg zu finden das am meisten Sinn ergibt und auch Spass macht.

    Lg
    Burim

  • #5

    Fabio (Dienstag, 04 Juli 2017 00:27)

    Hallo Nel
    Wenn ich dir jetzt alles was mir zu dem Artikel einfällt sagen würde währe ich morgen noch daran.. ich denke das wäre ein gutes thema um mal bei nem bier darüber zu sprechen.. es gibt viele punkte bei denen ich dir beipflichte.. aber auch einige die ich nicht gleich sehe.. gerade wenn man von der fotografie leben will/muss und auch im internationalen markt gesehen werden möchte, beziehungsweise sich nicht damit begnügt in der schweiz und im engeren kreis bekannt zu sein kommt man a. Nicht darum herum extrem aktiv in den sozialen medien zu sein und b. Auch nicht keine der top spots zu besuchen.. denn vieles gehört einfach in ein portfolio wenn man oben mitspielen möchte! Da braucht es ganz klar auch orte die nicht oder nur wenig bekannt sind, aber menschen mögen nunmal dinge die sie kennen und der erolg eines fotografen hängt nunmal davon ab ob die "normalen" menschen deine bilder mögen!!
    Man kann aber auch sehr wohl einen topspot fotografieren und anders interpretieren! Das auch bei spots bei denen es nur eine oder zwei sinnvolle Perspektiven gibt!! Die perspektive ist nicht alles die ein gutes oder spezielles bild ausmacht!! Da gehört noch einiges mehr dazu! Und genau das ist das was mein anspruch ist!! Dass man eines meiner Bilder alleine an der umsetzung und bearbeitung erkennt!! Ich sehe nicht warum ich etwas zb von einer weniger vorteilhaften perspektive ablichten soll nur weil ich etwas spezielles haben möchte.. da gibt es viele andere wege sich von der masse abzuheben und nicht einfach nur zu kopieren..

  • #6

    Nelson (Dienstag, 04 Juli 2017 21:29)

    @Reto: Statt ne Diaschow einfach ne Beamershow organsieren mit Grill&Chill und etwas kleines Vortragen z.B. =) Ne Ausstellung würde sicher auch gehen wenn mann tollen Inhakt kreiert ;) Natürlich hat es auch seine schöne Seite wie du erwähnst oder auch die Wirtschaft die angekurbelt wird durch solche besuche doch ich persönlich finde das die Natur vorrang hat vor der Wirtschaft z.B...Betreff Heute gilt: Esse est percipi - Sein ist gesehen zu werden, denke ich das einfach Sein was schönes ist, wieso muss man gesehen werden?

  • #7

    Nelson (Dienstag, 04 Juli 2017 21:33)

    @Roman: Der 19.08 ist fest eingetragen bei mir =) Freu mich sehr auf ein Bergfreunde ausflug!!

    Zu “Dieses Jahr waren es schon einige, die sogar noch unveröffentlicht auf meiner Festplatte lungern. Ich habe die bewusst noch nicht rausgehauen, irgendwas hat mich da noch zurück gehalten, wer weiss, vielleicht waren es ja sogar die selben Ansätze, ich habe mir da noch nicht gross Gedanken darüber gemacht weshalb, aber irgend etwas hält mich zurück.
    “ Evtl. warten die Bilder auf einen tollen Auftritt statt im Social Meida den "1 Sekunden" Auftritt zu erhalten? :) Wir werden sehen und auch wir werden uns bald wieder sehen ;)

  • #8

    Nelson (Dienstag, 04 Juli 2017 21:37)

    @Burim: Manchmal glaube ich auch das der Mut den Menschen fehlt ein neuer eigener Weg einzuschlagen fehlt, auch mir! Aber wie es so ist im Leben passiert ja nichts ohne Grund und alles hat seine Licht und Schatten Seiten. Ich glaube das Einwohner dieser Spots oft froh sind das wir eben auch bissl Geld in die Bude bringen aber der Gedanke das die Natur meist vernachlässigt und nicht respektiert wird stimmt mich schon traurig...

  • #9

    Nelson (Dienstag, 04 Juli 2017 21:45)

    @Fabio: Von der Fotografie leben muss, denke ich ist nicht ganz richtig denn das einzige was wir müssen ist sterben, meines erachtens, dort haben wir selten eine wahl...deshalb gefällt mir der begriff will besser ;) “gerade wenn man von der fotografie leben will/muss und auch im internationalen markt gesehen werden möchte, beziehungsweise sich nicht damit begnügt in der schweiz und im engeren kreis bekannt zu sein kommt man a. Nicht darum herum extrem aktiv in den sozialen medien zu sein und b. Auch nicht keine der top spots zu besuchen.. denn vieles gehört einfach in ein portfolio wenn man oben mitspielen möchte!“ Ich denke da immer an die wirklich bekannten Fotografen die Geschichte geschrieben haben und unteranderem was für die Menschheit gemacht haben wenn ich dies lese. Die haben auf ganz andere Wege die Herzen der Menschen getroffen als wir...klar ist der Zeitgeist momentan im Digitalen Zeitalter aber irgendwie sollte der erste Gebot immer Natur vor Erfolg sein...sprich sich auch um sein Öko Abdruck usw. Gedanken machen...Ich persönlich glaube das er Erfolg eines Fotografen nicht an den anderen liegt sondern mit wie viel Herz und Rücksicht er an die Sache geht. “Die perspektive ist nicht alles die ein gutes oder spezielles bild ausmacht!! Da gehört noch einiges mehr dazu!“ dies ist mir auch klar, wahrscheinlich macht ein Top Shot die Story hinter dem Bild alles aus?

  • #10

    Christoph Zeegers (Mittwoch, 05 Juli 2017 13:38)

    Sehr spannender Bericht von dir.
    Vor etwa 2-3 Monaten hatte ich genügend Zeit, oder anders formuliert, ich nahm mir die Zeit und habe nach neuen Spots gesucht. Hauptsächlich nach, für mich unbekannten Orten und Bergseen in der Schweiz. Wie ich das machte? Ich habe mich willkürlich durch das Internet gegoogelt :-) - und zwar Stundenlang – Tag für Tag!
    Besser gesagt, durch die Schweizer Bergwelt und das Mittelland.
    Da ich mich hauptsächlich in den letzten zwei Jahren mit der Tierwelt beschäftigte, bin ich zurzeit mein Landschaftsportfolio am Auffrischen.
    So habe ich mir eine Liste mit Orten erstellt, welche ich in den nächsten Jahren besuchen werde.
    Die Orte die ich fand, sind weniger bekannt aber halt auch schwerer zugänglich.
    Wanderrouten müssen erstellt und abgespeichert werden.
    Jahreszeiten müssen beachtet werden – und und und.
    Die Suche nach Neuem und dem Unbekannten hat mich schon immer fasziniert.
    Egal ob Tierwelt, Blumen oder Landschaften.
    Leider wurde ich in den 3 Jahren denen ich fotografiere auch dem besseren belehrt und Teile meine Spots oder mein Wissen nicht mehr mit allen.
    Es gibt Fotografen welche zu Freunden wurden aber auch Fotografen, welche nur dem eigenen Interesse folgen und somit von mir aus meiner Freundesliste entfernt worden sind.
    Ich finde deinen Bericht und Gedanken sehr spannend.
    Deine Gedanken tangieren meine.

    Dein Blogeintrag, finde ich, trifft den Zeitgeist. Oder das, was auf den sozialen Medien an Bildern herumschwirrt.

    Anders gesehen muss man auch erwähnen, dass heute alles viel einfacher als früher ist.
    Obwohl ich ja nicht weiss, wie es früher war – denke ich, trifft die Aussage.
    Sei es bei der Equipment Beschaffung, der Zugänglichkeit und dem Recherchieren nach Neuem.

    An der Fotografie gefällt mir: Das man sich selber persönlich weiterentwickeln kann und einen besseren Draht zur Natur findet. Die Natur ist das einzig ehrliche und ein unantastbares Gut, welche wir Menschen zu pflegen verstehen müssen!
    Die Fotografie sollte keine Competition zu anderen Fotografen sein.
    Die Bilder welche wir erschaffen, sollten den Fotografen und sein innerstes ich zeigen.
    Seine Art, die Welt zu sehen.

    Denn…

    „Die Welt ist kleiner geworden

  • #11

    Oliver Beccarelli (Mittwoch, 05 Juli 2017 21:47)

    Lieber Nelson
    Du sprichst mir aus der Seele. In den letzten 2 Wochen unserer Slowriders Tour (CHur - Kapstadt-Chur) haben wir Orte besucht, von denen ich unglaubliche Bilder auf Insta oder im Internet gesehen habe (Speziell Kroatien). Die Vorfreude war riesig, meine Kenntnisse über die Spots völlig ungenügend. Dort angekommen sind nicht nur viele Touristen, sondern auch ganz viele Fotografen, die wohl genau das gleiche gedacht haben. Meine Enttäuschung ist riesig und die Lust Bilder zu kreieren sank ins Bodenlose. Vieleicht ist der Schritt zurück, sich auf das besinnen, was man gerne in Szene setzen will und dabei neue Perspektiven und Blickwinkel zu finden, genau das was die Freude zurückbringt. Vielleicht ist es wieder an der Zeit, neue Geschichten in ein Bild zu bringen, den Betrachter entdecken zu lassen und nicht immer perfekt zu sein, das Spannende. Man darf ja auch nie vergessen, dass die Betrachter der Bilder heute schon so viel gesehen haben, dass sie vielleicht sogar neue Reize wünschen. Ob die Bilder dann im kleinen Rahmen oder öffentlich dargestellt werden, sollte jeder selber entscheiden. Ich denke, dass der Mut wieder neue Wege zu gehen entscheidend sein könnte. Und daran mangelt es DIr nicht;-) Ich auf jeden Fall würde mich weiterhin gerne von deinen Bildern verzaubern und inspirieren lassen.
    Mit allerbestem Gruss aus Albanien
    - oliver beccarelli -

  • #12

    Marcel (Donnerstag, 06 Juli 2017 22:45)

    Hoi Nelson

    Ich kann dir da auch einfach nur beipflichten und schön hast du hier auch grad eine Diskussionsrunde eröffnet! Wenn ich so sehe, wie viel Text die Kollegen oben schreiben, hast du definitiv einen Nerv getroffen, der uns alle nicht unberührt lässt.
    Ich war dieses Jahr im März in Japan und habe für mich alleine fotografiert. Bis jetzt hat das Internet noch kein Kilobyte dieser Fotos gesehen! Einem Freund (kein Fotograf) zeigte ich ein paar Fotos meiner Reise im Land der aufgehenden Sonne, weil er danach fragte. Seine Antwort kam ziemlich schnell: 'Marcello, man sieht ja gar nicht dass du in Japan warst!' Das fand ich einerseits sehr lustig und stimmte mich auch nachdenklich. Was wolen die Betrachter denn sehen? Wollen sie immer herausfinden wo ein Foto aufgenommen wurde? Er hätte ja auch zur Antwort geben können, dass die Fotos ihm gefallen .. hahaha ... oder auch nicht. ;-)
    Ich für mich bin aber immer mehr der Überzeugung, dass es eben nicht sofort, oder gar nicht ersichtlich und erkennbar ist, wo das Foto, das Bild entstand! Das ist wie bei einer Blinddegustation eines Weins. Auch da machte ich die Erfahrung, dass ein paar Leute mit dem Wein auf der Zunge gedanklich und wohl bildlich eine Reise nach Chile via Südafrika machten und am Schluss erstaunt waren, dass das edle Getränk aus dem Kanton Thurgau kam! :)
    Überraschungen - so darf man dies auch anschauen! Das macht es doch umso spannender, als gleich immer das Matterhorn auf Anhieb erkenn zu können!

    In diesem Sinne ... ganz liebe Grüsse, viel Spass mit Lenny und auf bald in Dielsodrf!
    Marcel

  • #13

    Nelson (Freitag, 07 Juli 2017 20:08)

    @Christoph: Die Welt ist kleiner geworden, hat sein Wahrheit! Sehr spannende Worte Christoph!

  • #14

    Nelson (Freitag, 07 Juli 2017 20:16)

    @Oliver: Freut mich sehr von Dir zu lesen! Ich kann Dich gut verstehen! Da entgeht die Lust mir auch immer wieder an solchen Orten obwohl die schönheit der Natut eim danach aufmuntert! Ich war noch kurz bei euch auf dem Blog und war glücklich eure beiden neuen Berichte zu lesen! Geniesst das Balkan und weiterhin gute Fahrt mit dem Habash!!! Ich finds toll und faszinierend eure Geschichte! ! Es Motiviert neue wege zu beschreiten und noch mer Abendteuer erleben! Bis bald in Afrika ����

  • #15

    Nelson (Samstag, 08 Juli 2017 01:05)

    @Marcel: Kreative Gestaltungs Freiheit! Einer der einzigen Freiheiten denn wir Menschen noch geniessen können und nicht von jedem gleich gesehen wird. Ich finde es immer wieder spannend neue Ansichten eines Menschen zu sehen und versuchen zu verstehen! Japan ein Land mit so viel Spielraum und Potential um Storys zu wiedergeben in Form von Bild, Video oder auch Text, ich hoffe du konntest tolle Erfahrungen machen im Land der aufgehender Sonne?

    Bis bald und freut mich sehr das du Dich mit diesem Artikel auseinander gesetzt hast!