Die Komfortzone verlassen...

Dieses Bild von einem guten Freund namens Thomas Hugi könnte ich Stundenlang anschauen...wieso das? Okey, für mich hat dieses Bild sehr viel Story und diese Story und einige Gedanken dazu würde ich gern mit euch teilen! In diesem Moment als ich hier abdrückte hatte Hugi seeeeehr Kalt, das kann man sicherlich schonmal sehen ;)

 

Zuerst mal zum Bild:

Letzten Donnerstag Abend hab ich mein Freund Thomas Hugi angerufen da wir vor hatten am Ostern Weekend irgendwo eine Tour in die Berge zu machen. Hugi hat mir am Telefon dann erzählt das er die Idee hätte am Freitag nach Rosswald (Wallis) zu fahren um von dort aus auf den Klenenhorn zu wandern. Ich war natürlich begeistert von dieser Idee und so lud mich Hugi ein mitzukommen. In Biel gabellte mich Hugi und Roger (aka Happy :D) auf und schon waren wir auf den Weg ins Wallis. Für mich war dies das erste mal das ich ins Wallis fuhr und deshalb war ich einbisschen gespannt was mich dort für eine Landschaft erwartet.

 

Freitags am späten Nachmittag sind wir dann in Brig angekommen und fuhren von dort aus mit dem Sessellift hinauf nach Rosswald. Dort gingen wir ins Chalet von Thomas um etwas zu Essen und bisschen zu schlafen. Schliesslich wollten wir um 02.00 Uhr morgens Richtung Gipfel aufbrechen. Nach einem feinen Fondue und super tolle Gespräche gingen wir ins Bett um 3 Stündchen zu schlafen. Die runde mit Thomas und Roger war einfach toll. Da wir alle schon den Jakobsweg gelaufen sind hatten wir eine menge Gesprächsstoff! Bevor wir ins Bett gingen mussten wir aber feststellen dass das Wetter nicht so gut sein wird. Schnee und Wind  und Wolken machten sich breit...

 

Um 01.00 Uhr morgens läutete der Wecker und so machten wir uns Ready to go. Was den Jungs auffiel war das ich eine Rettungsdecke und einige Wärmepads in mein Rucksack stopfte. Wir machten uns bisschen lustig drüber, da ich aber einmal auf einem Gipfel seeeehr Kalt hatte (schlechte Vorbereitung) und dem Wetter gnadenlos ausgesetzt war, ist für mich die Decke und die Pads mittlerweile ein wichtiger Bestandteil meiner Outdoor Ausrüstung im Winter.

Das wir die Decke und Wärmepads bei dieser Tour brauchen würden hätten wir aber nicht gedacht...

 

Als wir in Rosswald los marschierten war das Wetter immer noch sehr schlecht. Es schneite immer noch intensiv und der Wind legte ein Zahn zu. Der aufstieg war für unser Fitness Niveau schon ziemlich heavy obwohl es nur 8km und 800 Höhenmeter waren die zu bezwingen waren. Zu beachten ist aber das jeder über 15kg Gepäck dabei hatte. Da wir kaum 10m weit sahen entschieden wir uns die Bügellift Piste hoch zu wandern. So konnten wir uns anhand der Drahtseile orientieren. Ich war sehr dankbar dafür, da wir so nicht im Tiefschnee hoch wandern mussten und der aufstieg leichter fiel. Der Aufstieg hatte einige sehr steile Passagen die wir aber dank den Schneeschuhen und ihre Krallen gut meistern konnten. Doch die Kälte,Wind und Schnee machte uns aber das Leben schwer! Wir konnten kaum Pausen machen da es sofort seehr kalt wurde. Durch die sehr wenigen und kurzen Pausen die wir machten wurde mir bewusst dass wir in diesem Tempo einfach zu früh auf dem Gipfel sind und so länger auf den Sunrise warten mussten. Ich schieb aber dieser Gedanke bei Seite da wir in diesem Moment mit andere Problemen zu kämpfen hatten.

 

Als wir oben ziemlich ausgepowert ankamen mussten wir feststellen dass wir nicht genug hoch oben sind. Der Klenenhorn ist auf 2600 MüM und an diesem morgen war die Wolkendecke bisschen weiter oben. Also warteten wir oben auf dem Gipfel 1 1/2 Stunden und hofften dass die Wolkendecke zum Sonnenaufgang nach unten gedrückt wird. 2-3 mal ging die Decke für wenigen Sekunden nach unten und offenbarte eine einmalig schöne Sicht ins Walliser Tal und umliegende Berge. Durch den Vorgeschmack was die Sicht anbelangt waren wir sehr motiviert und trotzen so Wind, Kälte und Schnee.

 

Leider fing mit der Zeit an die Kälte durch die Kleider zu gehen. Es war ja nicht so das wir Alltagskleider anhatten. Es waren perfekte Kleider für solche Bedingungen, doch beim hoch wandern wurde leicht geschwitzt und diese Feuchte machte uns dann zu schaffen. Mir froren die Zehen und Finger fast ein. Sie waren so kalt das nur schon die Kamera zu bedienen oder zu verstellen eine grosser Tortur war. Auch Thomas und Roger kämpften ganz schön mit diesen Bedingungen. So fest das wir uns überleggten abzubrechen und runter zu gehen, so schnell wie möglich.

 

Doch Nelson der Südländer hatte 2 Ässe im Rucksack...hihi

 

Die Wärmepads brauchte ich und Thomas bei Aufstieg schon. Wir hatten nämlich eisig Kalte hände bekommen, trotz Mammut Windstopper Handschuhe. Jetzt kam auch die Rettungsdecke zum Einsatz. Dazu haben wir mit dem Gaskocher heissen Kaffe gemacht, ach war das ein Segen!  Hinter einem kleinen Häuschen (3m breit) schützten wir uns vor dem Wind.

Leider meinte es Petrus nicht ganz sooo gut mit uns und so blieb die Wolkedecke immer über uns... auch zum sonnenaufgang!

 

Naja, wir habens versucht :)

 

Dieses doch sehr schöne Bild hat Thomas Hugi auf dem Klenenhorn gemacht als die Wolkendecke mal für wenige Sekunden nach unten gedrückt wurde! Mehr Bilder von Thomas Hugi findet Ihr auch unter www.hugiphotography.ch. Es lohnt sich mal einige Minuten auf seiner Seite zu verweilen und die atemberaubende Bilder zu betrachten die Hugi in seiner Laufbahn als Landschaftsfotograf gemacht hat!


Und jetzt nich kurz einige Gedanken die mich begleiten seit dieser Tour:

 

Wie oft fühlen wir uns durch unser eher monotonen Alltag irgendwie gar nicht richtig lebendig? Also ich fühle mich mehrere male so. An solchen Tagen träume ich von Abendteuer, Weltreisen, Aufregung pur und unvergessliche Momente!

 

Mein Gegenpol zu solch eher unspektakulären Tagen ist es in die Natur zu ziehen und meine Grenzen zu sprengen! Oft habe ich kurz vor solch anstregenden Touren Ehrfurcht und weiss nicht so recht was ich da eigentlich mache! Doch ausnahmslos während diesen Touren kommt ein enormer Glücksgefühl hoch und ich fühle mich sowas von lebendig! Ich spüre jede Faser meines Körpers! Alle Zellen arbeiten dann zusammen damit wir aus unser Komfortzone gehen und unsere Grenzen sprengen.

 

Oft komme ich an Situationen die ich Mut beweisen muss bei solchen Touren um gewisse Ängste zu überwinden. Z.b. war die Höhenangst bei mir sehr präsent! So präsent das ich sehr selten wandern ging. Doch letztes Jahr entschied ich mich dieser Angst zu stellen. Ab diesem Tag an war für mich Wandern eins der tollsten Sachen der Welt! In die Natur zu ziehen, die Stile geniessen und eine Übersicht über das Tal zu haben. Etwas was ich mir schon ewig erträumt habe und immer blockiert wurde. 

 

Der Durchhaltewille ist mit solche Touren auch immer stärker! In Momente wo ich nicht mehr mag oder will und am liebsten umkehren würde erinnere ich mich an all diese Hürden die ich schon gemeistert habe und bekomme dadurch immer wieder Power um weiter zu machen!

 

So Ihr lieben, ich wollte euch nicht zu fest plagen mit dieser Story doch es musste raus :) Ich hoffe ihr hattet spass beim Lesen und könnt Motivation davon schöpfen um selber eure Komfortzone zu verlassen!

 

Falls noch Fragen offen sind, stellt sie einfach in den Kommentaren ;) 

 

in liebe Nelson

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